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Presse: Nordsee-Zeitung, 15.12.2012
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Quartiersmeister für Lehe

   

Nicht von heute auf morgen, so Allers, sondern langfristig. „Um grundsätzlich etwas zu ändern braucht man Zeit, acht bis zehn Jahre, vielleicht auch zwölf.“ Über solch einen Zeitraum müsse dann auch die Finanzierung angelegt sein. Wo das Geld herkommt und wie es zu beschaffen ist, ist noch nicht raus. Doch die SPD sei fest entschlossen, das Thema gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner, den Grünen, anzupacken.

   

„Wir doktern immer nur an Einzelproblemen herum“, sagte Allers, „So funktioniert das nicht.“ Im Frühjahr sollen deswegen alle Akteure im Viertel eingeladen werden, um die Rahmenbedingungen und die Aufgabenbereiche eines Quartiersmeisters gemeinsam abzustecken. Schwerpunktthemen sollen die sozialen Probleme im Viertel und der Immobilienbereich sein, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende: „Also der Umgang mit heruntergewirtschafteten Häusern, Sanierung und Neubau.“

   

Ein weiteres Problem, das auch der Stadtteilkonferenz auf den Nägeln brennt, ist der Dreck auf den Straßen. „Da müsse man den Eigentümern mehr auf den Zahn fühlen, hieß es aus dem Publikum. Das Problem: Die wohnen häufig gar nicht in Bremerhaven, haben sich vielleicht einmal eine Eigentumswohnung andrehen lassen und können nicht einmal mehr die Zinsen für den Kredit aufbringen. Grundsätzlich, so CDU-Fraktionschef Paul Bödeker, seien ja die Parterre-Bewohner für das Sauberhalten der Straße zuständig. Er wisse aber auch, wie schwierig es mitunter sei, bei denen Gehör zu finden. Er regte an, kommunale Beschäftigungsprogramme danach zu prüfen, ob nicht wieder ein Reinigungsdienst in Lehe organisiert werden kann.

   

Man dürfe aber auch nicht alles auf die Stadt schieben, mahnten Grünen-Fraktionsvorsitzender Claudius Kaminiarz und Alexander Niedermeyer (Piraten). Es sei auch wichtig, immer wieder an die soziale Verantwortung zu appellieren und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass alle Bewohner des Ortsteils dafür mit verantwortlich sind. Der FDP-Landesvorsitzende Hauke Hilz schlug eine „Informationskampagne“ vor: „Damit jeder weiß, wo er anzurufen hat und an wen er sich wenden kann, wenn es irgendwo Probleme gibt.“

   

Das würden auch die Hausbesitzer begrüßen, die in der Stadtteilkonferenz von merkwürdigen Telefongesprächen mit Hausverwaltungen und städtischen Behörden berichteten. „Da schiebt einer die Verantwortung auf den anderen“, hieß es.

   

Als Konferenzsprecher Carlos Freidl darüber abstimmen ließ, ob die Stadt beim Sauberhalten des Goethestraßenquartiers mehr als zuletzt behilflich sein sollte, gab es ein eindeutiges Ergebnis: Alle der rund 60 Teilnehmer wünschen sich das.