Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V. ‒ Verein Wohnungsvermarktungsnetzwerk
E-Mail: info@esglehe.de
Eine kleine Balkon- und Hinterhof-Geschichte
In der Blütezeit der Wirtschaftswunderjahre reihten sich die "etwas betuchteren Leute" mit ihren Käfern, Motorrollern, Isettas, Messerschmitt-Kabinenrollern oder Goggomobils in die gen Italien strömenden Urlaubskarawanen ein. Wie man hört, soll das damals noch ein echtes Abenteuer gewesen sein. Bei anderen Urlaubern ging es entspannter zu. Sofern sie das Glück hatten, einen Balkon zu besitzen, war damals bei den Leuten, die jede Mark noch dreimal umdrehten, bevor sie sich entschlossen, sie auszugeben, "Urlaub in Balkonien" das Größte ...
Bauklotzarchitektur im Leher Gründerzeitviertel
Die uniforme Architektur der Wohnblöcke, die Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, vornehmlich in den Neubaugebieten an den Stadträndern, ihren Anfang nahm, und in der "Plattenbau-Kultur" der siebziger, achtziger Jahre einen Höhepunkt erreichte, ergibt an den Stadträndern insgesamt ein städtebauliches Gesamtbild. Sie hinterließ leider aber auch in den Kriegs- und Abrisslücken der Innenstädte ihre weniger schönen Spuren. Im gründerzeitlich geprägten Goethe-Quartier des Bremerhavener Stadtteils Lehe, mit seinen repräsentativen Schmuckfassaden, wirken solche Lückenfüller, wie beispielsweise dieser Neubau in der Uhlandstraße, wie Fremdkörper aus einer anderen Welt. Das einzige, möglicherweise als "repräsentativ" zu bezeichnende Element an der ansonsten "platten" Fassade sind hier - zumindest in den oberen drei Etagen - die zur Straßenseite hin ausgerichtete Balkons. Möglicherweise empfand der Architekt den Blick vom Balkon auf die Gründerzeitfassaden der gegenüberliegenden Häuser ästhetischer, als den Blick in die Hinterhöfe, über denen ja angeblich noch immer der "Muff alter Zeiten" schweben soll. Allerdings widerlegt der Anblick des Gebäudes in dieser Umgebung die Annahme, dass Ästhetik beim Entwurf und bei der Erteilung der Baugenehmigung eventuell eine Rolle gespielt haben könnte.
"Balkonklos" mit Südsee-Flair
Lange bevor Balkons in der Mitte des letzten Jahrhunderts bei Neubauten als neuer Aufenthaltsort für Freizeitaktivitäten in Mode kamen, erfüllten sie jedoch vorrangig einen völlig anderen Zweck. Sehr schön zu sehen ist das an der Rückseites dieses Gebäudes in der Potsdamer Straße aus dem Jahre 1892. Zu der Zeit, als in den Städten um die Jahrhundertwende vom neuzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert die ersten größeren Gründerzeithäuser entstanden, steckte die Sanitärtechnik noch in den Kinderschuhen. Die Orte, die jeder Mensch zwangsläufig mehrmals täglich zur Erledigung seiner kleinen oder großen Geschäfte aufsuchen muss, waren daher in der Regel Quellen unangenehmer Düfte. Kein Mensch wäre deshalb damals auf die absurde Idee gekommen, innerhalb der Wohnung eine Toilette einzubauen. Diese wurden, räumlich von der Wohnung getrennt, in Anbauten außen an den Rückseiten der Häuser installiert. Der Weg aus der Wohnung zur Toilette führte, wie oben auf dem Foto sehr schön zu sehen ist, über den Balkon. Ich glaube, heute wird kaum noch jemand wirklich nachvollziehen können, dass es für die Menschen damals selbstverständlich war, wenn sie sich - auch in frostigen Winternächten - aus dem warmen Bett kommend, hinaus aus der Wohnung, auf den Weg über den Balkon machten, wenn sie mal müssen mussten. Die "stillen Örtchen" von damals sind heute natürlich nicht mehr in Betrieb. Im Zuge von Renovierungsarbeiten wurden diese, mit moderner Sanitärtechnik ausgestattet, ins innere der Wohnungen verlegt - und auf den ehemaligen Zweck-Balkons aus der "guten, alten Zeit" wird heutzutage an warmen Sommertagen die sonntägliche Kaffeerunde auch schon mal im Freien zelebiert.
Die alten Balkons an der Rückseite eines Gründerzeithauses in der Uhlandstraße ...
An einigen der alten Balkons sind die vielen Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Wenn das in die tragenden Wände der Gebäude eingelassene Stahlträgerwerk aufgrund eindringender Feuchtigkeit irgendwann verrottet, drohen sie über kurz oder lang abzustürzen. Daher findet man heute viele alte Häuser, deren Balkons von externen Stahlkonstruktionen gestützt werden.
... wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten des Gebäudes durch neue ersetzt.
Im Falle dieses Hauses wurden die alten Innenhof-Balkons später abgebrochen und durch neue, größere Ständerbalkons ersetzt. Am Beispiel dieser Gebäude ist außerdem sehr schön zu sehen, dass selbst die zu den Innenhöfen gerichteteten Rückseiten der alten Häuser nicht zwangsläufig hässlich und ungepflegt aussehen müssen ...
... und ein weiteres Beispiel aus dem gleichen Hinterhof zeigt, dass auch aus einem um 1904 errichteten Gebäude mit neuen Ständerbalkons, einem angebautem Aufzug, sowie weiteren modernen Ausstattungsmerkmalen, ein komfortables Schmuckstück entstehen kann.
Diese kleine Zusammenstellung von Fotos aus einem Hinterhofgarten im Leher Goethe-Quartier könnte ebenfalls dabei helfen, das Vorurteil bezüglich des "Muffs aus alten Zeiten" zu entkräften. Auf dem Foto links oben ist rechts neben den teilverglasten Balkons wieder der typische Anbau für die ehemaligen Toiletten zu sehen. Allerdings mussten die Bewohner des Anfang der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts fertiggestellten Hauses nicht mehr über den Balkon gehen, um dort hin zu gelangen. Die Toiletten waren vom Treppenhaus aus zugänglich und lagen versetzt zu den Etagen in Höhe der Zwischenabsätze der Treppen. Die Bewohner von zwei Etagen teilten sich jeweils eine Toilette. Somit waren die "zwecklosen" Balkons dieses Hauses damals eigentlich der pure Luxus. Über die hier gezeigten Beispiele hinaus gibt es auch aus anderen Städten viele weitere schöne Beispiele für die Gestaltung von Innenhöfen in Gründerzeit- Quartieren, wie beispielsweise die "Kunsthofpassage", ein für die Öffentlichkeit zugänglich gemachter Hinterhof in der Dresdener Neustadt. Quellen: Wikipedia: Käfer, Motorroller, Isetta, Messerschmitt-Kabinenroller, Goggomobil LeMo - Kollektives Gedächtnis: Italien-Urlaub Landesamt für Denkmalpflege Bremen: - Potsdamer Straße 1 - Goethestraße. 43
Eine kleine Balkon- und Hinterhof-Geschichte
In der Blütezeit der Wirtschaftswunderjahre reihten sich die "etwas be- tuchteren Leute" mit ihren Käfern, Motorrollern, Isettas, Messerschmitt- Kabinenrollern oder Goggomobils in die gen Italien strömenden Urlaubskarawanen ein. Wie man hört, soll das damals noch ein echtes Abenteuer gewesen sein. Bei anderen Urlaubern ging es entspannter zu. Sofern sie das Glück hatten, einen Balkon zu besitzen, war damals bei den Leuten, die jede Mark noch dreimal umdrehten, bevor sie sich entschlossen, sie auszugeben, "Urlaub in Balkonien" das Größte ...
Bauklotzarchitektur im Leher Gründerzeitviertel
Die uniforme Architektur der Wohnblöcke, die Ende der fünfziger, An- fang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, vornehmlich in den Neubaugebieten an den Stadträndern, ihren Anfang nahm, und in der "Plattenbau-Kultur" der siebziger, achtziger Jahre einen Höhepunkt erreichte, ergibt an den Stadträndern insgesamt ein städtebauliches Gesamtbild. Sie hinterließ leider aber auch in den Kriegs- und Abriss- lücken der Innenstädte ihre weniger schönen Spuren. Im gründerzeitlich geprägten Goethe-Quartier des Bremerhavener Stadtteils Lehe, mit seinen repräsentativen Schmuckfassaden, wirken solche Lückenfüller, wie beispielsweise dieser Neubau in der Uhland- straße, wie Fremdkörper aus einer anderen Welt. Das einzige, möglich- erweise als "repräsentativ" zu bezeichnende Element an der ansonsten "platten" Fassade sind hier - zumindest in den oberen drei Etagen - die zur Straßenseite hin ausgerichtete Balkons. Möglicherweise empfand der Architekt den Blick vom Balkon auf die Gründerzeitfassaden der gegenüberliegenden Häuser ästhetischer, als den Blick in die Hinterhö- fe, über denen ja angeblich noch immer der "Muff alter Zeiten" schwe- ben soll. Allerdings widerlegt der Anblick des Gebäudes in dieser Um- gebung die Annahme, dass Ästhetik beim Entwurf und bei der Erteilung der Baugenehmigung eventuell eine Rolle gespielt haben könnte.
"Balkonklos" mit Südsee-Flair
Lange bevor Balkons in der Mitte des letzten Jahrhunderts bei Neubau- ten als neuer Aufenthaltsort für Freizeitaktivitäten in Mode kamen, er- füllten sie jedoch vorrangig einen völlig anderen Zweck. Sehr schön zu sehen ist das an der Rückseites dieses Gebäudes in der Potsdamer Straße aus dem Jahre 1892. Zu der Zeit, als in den Städten um die Jahrhundertwende vom neuzehn- ten zum zwanzigsten Jahrhundert die ersten größeren Gründerzeithäus- er entstanden, steckte die Sanitärtechnik noch in den Kinderschuhen. Die Orte, die jeder Mensch zwangsläufig mehrmals täglich zur Erledi- gung seiner kleinen oder großen Geschäfte aufsuchen muss, waren daher in der Regel Quellen unangenehmer Düfte. Kein Mensch wäre deshalb damals auf die absurde Idee gekommen, innerhalb der Wohnung eine Toilette einzubauen. Diese wurden, räum- lich von der Wohnung getrennt, in Anbauten außen an den Rückseiten der Häuser installiert. Der Weg aus der Wohnung zur Toilette führte, wie oben auf dem Foto sehr schön zu sehen ist, über den Balkon. Ich glaube, heute wird kaum noch jemand wirklich nachvollziehen können, dass es für die Menschen damals selbstverständlich war, wenn sie sich - auch in frostigen Winternächten - aus dem warmen Bett kommend, hinaus aus der Wohnung, auf den Weg über den Balkon machten, wenn sie mal müssen mussten. Die "stillen Örtchen" von damals sind heute natürlich nicht mehr in Be- trieb. Im Zuge von Renovierungsarbeiten wurden diese, mit moderner Sanitärtechnik ausgestattet, ins innere der Wohnungen verlegt - und auf den ehemaligen Zweck-Balkons aus der "guten, alten Zeit" wird heut- zutage an warmen Sommertagen die sonntägliche Kaffeerunde auch schon mal im Freien zelebiert.
Die alten Balkons an der Rückseite eines Gründerzeithauses in der Uhlandstraße ...
An einigen der alten Balkons sind die vielen Jahre nicht spurlos vor- übergegangen. Wenn das in die tragenden Wände der Gebäude ein- gelassene Stahlträgerwerk aufgrund eindringender Feuchtigkeit irgend- wann verrottet, drohen sie über kurz oder lang abzustürzen. Daher findet man heute viele alte Häuser, deren Balkons von externen Stahl- konstruktionen gestützt werden.
... wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten des Gebäudes durch neue ersetzt.
Im Falle dieses Hauses wurden die alten Innenhof-Balkons später ab- gebrochen und durch neue, größere Ständerbalkons ersetzt. Am Bei- spiel dieser Gebäude ist außerdem sehr schön zu sehen, dass selbst die zu den Innenhöfen gerichteteten Rückseiten der alten Häuser nicht zwangsläufig hässlich und ungepflegt aussehen müssen ...
... und ein weiteres Beispiel aus dem gleichen Hinterhof zeigt, dass auch aus einem um 1904 errichteten Gebäude mit neuen Ständerbal-kons, einem angebautem Aufzug, sowie weiteren modernen Ausstat-tungsmerkmalen, ein komfortables Schmuckstück entstehen kann.
Diese kleine Zusammenstellung von Fotos aus einem Hinterhofgarten im Leher Goethe-Quartier könnte ebenfalls dabei helfen, das Vorurteil bezüglich des "Muffs aus alten Zeiten" zu entkräften. Auf dem Foto links oben ist rechts neben den teilverglasten Balkons wieder der typische Anbau für die ehemaligen Toiletten zu sehen. Allerdings mussten die Bewohner des Anfang der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts fertiggestellten Hauses nicht mehr über den Balkon gehen, um dort hin zu gelangen. Die Toiletten waren vom Treppenhaus aus zugänglich und lagen versetzt zu den Etagen in Höhe der Zwischenabsätze der Treppen. Die Bewohner von zwei Etagen teilten sich jeweils eine Toilette. Somit waren die "zwecklosen" Balkons dieses Hauses damals eigentlich der pure Luxus. Über die hier gezeigten Beispiele hinaus gibt es auch aus anderen Städten viele weitere schöne Beispiele für die Gestaltung von Innenhöfen in Gründerzeit- Quartieren, wie beispielsweise die "Kunsthofpassage", ein für die Öffentlichkeit zugänglich gemachter Hinterhof in der Dresdener Neustadt. Quellen: Wikipedia: Käfer, Motorroller, Isetta, Messerschmitt-Kabinenroller, Goggomobil LeMo - Kollektives Gedächtnis: Italien-Urlaub Landesamt für Denkmalpflege Bremen: - Potsdamer Straße 1 - Goethestraße. 43
E-Mail: info@esglehe.de
ESG Lehe e.V. ‒ Verein
E-Mail: info@esglehe.de
Eine kleine Balkon- und Hinterhof-Geschichte
In der Blütezeit der Wirtschaftswunder- jahre reihten sich die "etwas betuchteren Leute" mit ihren Käfern, Motorrollern, Isettas, Messerschmitt-Kabinenrollern oder Goggomobils in die gen Italien strö- menden Urlaubskarawanen ein. Wie man hört, soll das damals noch ein echtes Abenteuer gewesen sein. Bei anderen Urlaubern ging es entspannter zu. Sofern sie das Glück hatten, einen Balkon zu besitzen, war damals bei den Leuten, die jede Mark noch dreimal umdrehten, bevor sie sich entschlossen, sie auszu- geben, "Urlaub in Balkonien" das Größte.
Bauklotzarchitektur im Leher Gründerzeitviertel
Die uniforme Architektur der Wohnblö- cke, die Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhun- derts, vornehmlich in den Neubaugebie- ten an den Stadträndern, ihren Anfang nahm, und in der "Plattenbau-Kultur" der siebziger, achtziger Jahre einen Höhe- punkt erreichte, ergibt an den Stadträn- dern insgesamt ein städtebauliches Gesamtbild. Sie hinterließ leider aber auch in den Kriegs- und Abrisslücken der Innenstädte ihre weniger schönen Spuren. Im gründerzeitlich geprägten Goethe- Quartier des Bremerhavener Stadtteils Lehe, mit seinen repräsentativen Schmuckfassaden, wirken solche Lück- enfüller, wie beispielsweise dieser Neu- bau in der Uhland-straße, wie Fremdkör- per aus einer anderen Welt. Das einzige, möglich-erweise als "repräsentativ" zu bezeichnende Element an der ansonsten "platten" Fassade sind hier - zumindest in den oberen drei Etagen - die zur Straßenseite hin ausgerichtete Balkons. Möglicherweise empfand der Architekt den Blick vom Balkon auf die Gründer- zeitfassaden der gegenüberliegenden Häuser ästhetischer, als den Blick in die Hinterhö-fe, über denen ja angeblich noch immer der "Muff alter Zeiten" schweben soll. Allerdings widerlegt der Anblick des Gebäudes in dieser Umge- bung die Annahme, dass Ästhetik beim Entwurf und bei der Erteilung der Bauge- nehmigung eventuell eine Rolle gespielt haben könnte.
"Balkonklos" mit Südsee-Flair
Lange bevor Balkons in der Mitte des letzten Jahrhunderts bei Neubauten als neuer Aufenthaltsort für Freizeitaktivitä- ten in Mode kamen, erfüllten sie jedoch vorrangig einen völlig anderen Zweck. Sehr schön zu sehen ist das an der Rückseites dieses Gebäudes in der Potsdamer Straße aus dem Jahre 1892. Zu der Zeit, als in den Städten um die Jahrhundertwende vom neuzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert die ersten größeren Gründerzeithäuser entstanden, steckte die Sanitärtechnik noch in den Kinderschuhen. Die Orte, die jeder Mensch zwangsläufig mehrmals täglich zur Erledigung seiner kleinen oder gro- ßen Geschäfte aufsuchen muss, waren daher in der Regel Quellen unangeneh- mer Düfte. Kein Mensch wäre deshalb damals auf die absurde Idee gekommen, innerhalb der Wohnung eine Toilette einzubauen. Diese wurden, räumlich von der Wohn- ung getrennt, in Anbauten außen an den Rückseiten der Häuser installiert. Der Weg aus der Wohnung zur Toilette führ- te, wie oben auf dem Foto sehr schön zu sehen ist, über den Balkon. Ich glaube, heute wird kaum noch jemand wirklich nachvollziehen können, dass es für die Menschen damals selbstverständlich war, wenn sie sich - auch in frostigen Winternächten - aus dem warmen Bett kommend, hinaus aus der Wohnung, auf den Weg über den Balkon machten, wenn sie mal müssen mussten. Die "stillen Örtchen" von damals sind heute natürlich nicht mehr in Betrieb. Im Zuge von Renovierungsarbeiten wurden diese, mit moderner Sanitärtechnik aus- gestattet, ins innere der Wohnungen verlegt - und auf den ehemaligen Zweck- Balkons aus der "guten, alten Zeit" wird heutzutage an warmen Sommertagen die sonntägliche Kaffeerunde auch schon mal im Freien zelebiert.
Die alten Balkons an der Rückseite eines Gründerzeithauses in der Uhlandstraße ...
An einigen der alten Balkons sind die vielen Jahre nicht spurlos vorübergegan- gen. Wenn das in die tragenden Wände der Gebäude eingelassene Stahlträger- werk aufgrund eindringender Feuchtig- keit irgendwann verrottet, drohen sie über kurz oder lang abzustürzen. Daher findet man heute viele alte Häuser, deren Balkons von externen Stahlkonstruktio- nen gestützt werden.
... wurden im Zuge von Renovierungs- arbeiten des Gebäudes durch neue ersetzt.
Im Falle dieses Hauses wurden die alten Innenhof-Balkons später abgebrochen und durch neue, größere Ständerbalkons ersetzt. Am Beispiel dieser Gebäude ist außerdem sehr schön zu sehen, dass selbst die zu den Innenhöfen gerichteten Rückseiten der alten Häuser nicht zwangsläufig hässlich und ungepflegt aussehen müssen ...
Diese kleine Zusammenstellung von Fo- tos aus einem Hinterhofgarten im Leher Goethe-Quartier könnte ebenfalls dabei helfen, das Vorurteil bezüglich des "Muffs aus alten Zeiten" zu entkräften. Auf dem Foto links oben ist rechts neben den teilverglasten Balkons wieder der typische Anbau für die ehemaligen Toi- letten zu sehen. Allerdings mussten die Bewohner des Anfang der dreißiger Jah- re des zwanzigsten Jahrhunderts fertig- gestellten Hauses nicht mehr über den Balkon gehen, um dort hin zu gelangen. Die Toiletten waren vom Treppenhaus aus zugänglich und lagen versetzt zu den Etagen in Höhe der Zwischenab- sätze der Treppen. Die Bewohner von zwei Etagen teilten sich jeweils eine Toilette. Somit waren die "zwecklosen" Balkons dieses Hauses damals eigent- lich der pure Luxus. Über die hier gezeigten Beispiele hinaus gibt es auch aus anderen Städten viele weitere schöne Beispiele für die Gestaltung von Innenhöfen in Gründerzeit-Quar- tieren, wie beispielsweise die "Kunsthofpassage", ein für die Öffentlichkeit zugänglich gemach- ter Hinterhof in der Dresdener Neustadt. Quellen: Wikipedia: Käfer, Motorroller, Isetta, Goggomobil, Messerschmitt-Kabinenroller LeMo - Kollektives Gedächtnis: Italien-Urlaub Landesamt für Denkmalpflege Bremen: - Potsdamer Straße 1 - Goethestraße. 43
... und ein weiteres Beispiel aus dem gleichen Hinterhof zeigt, dass auch aus einem um 1904 errichteten Gebäude mit neuen Ständerbalkons, einem angebau- tem Aufzug, sowie weiteren modernen Ausstattungsmerkmalen, ein komfor- tables Schmuckstück entstehen kann.
Impressionen
Impressionen
Balkone, Hinterhöfe
Gründerzeit Quartier